5 Ideen für Gruppenstunden mit geistlichem Impuls
Gruppenstunden für Ministrantinnen und Ministranten sind der ideale Ort, um nicht nur liturgische Abläufe zu üben, sondern auch den Glauben gemeinsam im Alltag zu entdecken. Ein gut gewählter geistlicher Impuls verbindet Spiel, Spaß und theologische Themen auf kind- und jugendgerechte Weise. Hier sind fünf komplett ausgearbeitete Konzepte für eure nächste Gruppenstunde, die ganz einfach umzusetzen sind.
1. Nächstenliebe und Versöhnung: Brücken bauen
- Thema: Streit überwinden, Nächstenliebe üben und Versöhnung im Gottesdienst (Friedensgruß) verstehen.
- Dauer: ca. 45 Minuten.
- Material: Ausdruck der Geschichte "Brücken bauen", Wortkarten, Stifte, Plakat, ein Softball.
- Einstieg: Spiel "Bodyguard": Die Gruppe steht im Kreis. Ein Kind in der Mitte ist der "VIP", ein anderes der "Bodyguard". Die Kinder außen versuchen, den VIP mit dem Softball ("Fotoapparat") abzuwerfen. Der Bodyguard muss den VIP beschützen und Bälle abwehren. Wird der VIP getroffen, wechseln die Rollen. Das Spiel zeigt, was es heißt, sich schützend vor jemand anderen zu stellen (Nächstenliebe aktiv).
- Hauptteil: Geschichte und Transfer: Die Gruppenleitung (GL) liest die Geschichte "Brücken bauen" vor (Ein Vater und Sohn zerstreiten sich und bauen eine Mauer; ein Zimmermann baut stattdessen heimlich eine Brücke über den Fluss, was zur Versöhnung führt). Danach überlegt die Gruppe: Wie entstehen in unserer Minigruppe manchmal "Mauern"? Wie können wir stattdessen Brücken bauen? Die GL zieht die Verbindung zur Liturgie: Auch im Gottesdienst gibt es den Friedensgruß. Wir reichen einander die Hand und zeigen damit: Wir bemühen uns, gut miteinander auszukommen. Die Kinder schreiben Begriffe für ein gutes Miteinander (z.B. Zuhören, Helfen) auf Wortkarten und legen daraus gemeinsam eine Brücke auf den Boden.
- Abschluss: Die Gruppenstunde endet im Kreis um die gebaute Brücke. Die GL spricht ein kurzes Segensgebet und alle reichen sich – wie im Gottesdienst – zum Abschluss den Friedensgruß.
2. Gemeinschaft: Unser Gruppenkreuz
- Thema: Gemeinschaft erfahren und ein sichtbares Zeichen für den Zusammenhalt der Gruppe gestalten.
- Dauer: ca. 60 Minuten.
- Material: Ein persönliches Kreuz der GL, ein großes Holzkreuz (Rohling für die Gruppe), Bastelmaterial (Farben, Steine, Kleber), Plakat, Stifte.
- Einstieg: Persönlicher Bezug: Die GL zeigt ein eigenes Kreuz, das sie mitgebracht hat. Sie erzählt: "Dieses Kreuz ist mir wichtig, weil ich es von meiner Oma geschenkt bekommen habe. Habt ihr auch ein eigenes Kreuz, z. B. im Zimmer?" Die Ministranten erzählen reihum, wo sie ein Kreuz haben und was sie damit verbinden (z. B. Erstkommunion).
- Hauptteil: Kreative Gestaltung: Die GL erklärt: "Wir wollen heute ein Gruppenkreuz gestalten. Dieses soll einen festen Platz in unserem Jugendheim bekommen. Wenn wir unterwegs sind, können wir es auch mitnehmen.". Alle Ministranten dürfen das Holzkreuz nun gemeinsam mit dem bereitgestellten Material verzieren, sodass am Ende ein buntes Kunstwerk entsteht, an dem jeder mitgewirkt hat.
- Abschluss: Gebet um das Kreuz: Die Gruppe stellt sich um das fertige Kreuz. Die GL spricht: "Guter Gott, dieses Kreuz ist ein Symbol für unsere Gruppe. Wenn wir uns treffen, dann erinnert es uns daran, dass du bei uns bist. Du hältst deine Hand über uns und gibst auf uns acht. Du begleitest uns und sagst uns immer wieder Gutes zu. So segne dieses Kreuz, unsere Gemeinschaft und jeden einzelnen von uns. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."
3. Vertrauen: Blindes Zählen und Schwebender Stab
- Thema: Vertrauen wagen – aufeinander in der Gruppe und auf Gott. Passend auch zum Gründonnerstag (Vertraute Mahlzeit).
- Dauer: ca. 45 - 60 Minuten.
- Material: Augenbinden, ein langer, leichter Stab (z. B. Zollstock).
- Einstieg: Blindes Zählen: Alle Ministranten liegen mit geschlossenen Augen (oder Augenbinden) im Raum verteilt auf dem Boden. Die Aufgabe lautet, gemeinsam von 1 bis X (Anzahl der Minis plus 5) zu zählen. Jeder darf mal eine Zahl rufen, aber es darf keine Reihenfolge abgesprochen werden. Wenn zwei Kinder gleichzeitig reden, muss bei Null begonnen werden.
- Hauptteil: Kooperationsübung "Schwebender Stab": Die Minis stellen sich paarweise gegenüber auf und strecken die Zeigefinger aus. Die GL legt den Stab auf die Zeigefinger. Aufgabe: Der Stab muss auf dem Boden abgelegt werden, ohne dass ein Finger den Kontakt verliert. Der Stab darf nur von unten getragen, nicht von oben festgehalten werden. Erschwerung: Es darf nicht gesprochen werden. Reflexion: Wie hast du dich gefühlt? Was war wichtig, damit es klappt? (Antwort: Vertrauen, Geduld, Zusammenhalt). Die GL zieht den Bogen zur Bibel: Auch Jesus hatte an Gründonnerstag beim Letzten Abendmahl Menschen um sich, denen er vertraute, und hat auf Gott vertraut, um die kommenden schweren Stunden auszuhalten.
- Abschluss: Gebet: Die Ministranten stehen im Kreis und legen einander die rechte Hand auf die linke Schulter. Alle schließen die Augen. Die GL betet: "Guter Gott, du bist der, der uns zusammenhält. Gemeinsam schaffen wir alles. Gemeinsam können wir aushalten. Gib uns Geduld und Gelassenheit. Segne uns im Namen des Vaters... Amen."
4. Dankbarkeit: Neue Früchte – gewöhnungsbedürftig
- Thema: Erkennen, wofür wir dankbar sein können (Erntedank) und wie wir unseren Dank vor Gott bringen.
- Dauer: ca. 45 Minuten.
- Material: Stühle (einer weniger als Teilnehmer), DIN-A4-Blätter, Stifte.
- Einstieg: Spiel "Obstsalat": Die Minis sitzen auf Stühlen im Kreis, einer steht in der Mitte. Allen werden Obstsorten (Apfel, Birne, Banane etc.) zugeteilt. Der Spieler in der Mitte ruft eine Sorte, und alle genannten Früchte müssen die Plätze tauschen. Ruft er "Obstsalat", tauschen alle. Wer übrig bleibt, steht in der Mitte.
- Hauptteil: Die Stille und der Dank: Die GL leitet eine bewusste Stille von etwa 2 Minuten an. Danach sagt die GL: "Vielleicht ist dir bei der Stille auch eine Bitte oder ein Dank an Gott durch den Kopf gegangen. Diese Bitte oder dieser Dank darf nun auf dem Blatt festgehalten werden. Du kannst es malen oder schreiben.". Die Kinder bekommen Zeit, ihre Blätter im Stillen zu gestalten.
- Abschluss: Orantenhaltung: Alle sitzen im Kreis. Die GL erklärt, wie man beten kann. Nacheinander darf jedes Kind aufstehen, die Hände nach oben strecken (die sogenannte Orantenhaltung, die auch der Priester einnimmt) und sagen: "Lasset uns beten... (kurze Stille)..." und dann den persönlichen Dank oder die Bitte aussprechen. Wer möchte, darf auch nur die Stille halten. Am Ende schließt die GL ab mit: "Darum bitten wir. Amen."
5. Advent: Stille Zeit – Vorbereitung ist alles
- Thema: Warten lernen, genau hinschauen und sich auf das Kommen Jesu vorbereiten.
- Dauer: ca. 45 Minuten.
- Material: Teelichter für jeden Ministranten, farbige Tücher (besonders Violett), eine Jesus-Figur oder ein Kreuz.
- Einstieg: Wahrnehmungsspiel "Kleine Veränderung": Ein Ministrant stellt sich in die Mitte, alle prägen sich sein Aussehen ein. Er geht vor die Tür und verändert eine Kleinigkeit (z. B. Ärmel hochkrempeln). Die anderen müssen herausfinden, was sich verändert hat. Das Spiel schärft den Blick für Details.
- Hauptteil: Bedeutung des Advents: Die GL legt ein violettes Tuch in die Mitte und fragt die Minis, was sie mit dieser Farbe verbinden (z.B. Buße, Vorbereitung, Warten). Der Advent ist eine Zeit der Vorbereitung, in der wir uns auf das große Fest Weihnachten, die Geburt Christi, einstellen. Wir üben das Warten. Dazu macht die Gruppe eine Schweige-Übung: Zwei Minuten absolute Stille halten und nur darauf lauschen, welche Geräusche im und außerhalb des Pfarrheims zu hören sind.
- Abschluss: Licht in der Dunkelheit: Die GL teilt Teelichter aus. Der Raum wird verdunkelt. Die GL entzündet die erste Kerze und reicht das Licht schweigend im Kreis weiter, bis alle Kerzen brennen. Das Licht erinnert daran, dass Jesus als "Licht der Welt" zu uns kommt. Gemeinsam wird ein Adventslied (z.B. "Macht hoch die Tür" oder "Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht") gesungen. Danach pusten alle auf ein Kommando die Kerzen aus.